Häufig Gestellte Fragen
Was versteht man unter dem Cartagena-Protokoll über die biologische Sicherheit?
Was versteht man unter dem Vorsorgeprinzip?
Was passiert, wenn gentechnisch veränderte Mikroorganismen in die Umwelt freigesetzt werden?
Kann die Biotechnologie kontrolliert werden?
Welche Regularien gibt es für die Biotechnologie?
Gentechnik ist eine neue wissenschaftliche Disziplin. Wie können Langzeitrisiken abgeschätzt werden?
Was versteht man unter dem Vorsorgeprinzip?
Was passiert, wenn gentechnisch veränderte Mikroorganismen in die Umwelt freigesetzt werden?
Kann die Biotechnologie kontrolliert werden?
Welche Regularien gibt es für die Biotechnologie?
Gentechnik ist eine neue wissenschaftliche Disziplin. Wie können Langzeitrisiken abgeschätzt werden?
Was versteht man unter dem Cartagena-Protokoll über die biologische Sicherheit? -^-
Das Cartagena-Protokoll über die biologische Sicherheit wurde unter der Konvention für Biologische Vielfalt verfasst. Es hat zum Ziel, die biologische Vielfalt vor möglichen Risiken durch lebende modifizierte Organismen (Living Modified Organisms, LMOs), die durch die moderne Biotechnologie erzeugt werden, zu schützen. Das Protokoll befasst sich mit Vorgehensweisen beim grenzüberschreitenden Transport von LOMs, die in die Umwelt freigesetzt werden sollen (Übereinkommen zur Vorabinformation - AIA Advanced Informed Agreement) und von LMOs, die direkt als Lebensmittel oder Futtermittel oder für die Weiterverarbeitung eingesetzt werden sollen (LMOs-FFP). Die importierende Partei trifft ihre Entscheidungen in Übereinstimmung mit einer wissenschaftlich fundierten Risikoabschätzung. Das Protokoll beschreibt Richtlinien und Methoden zur Durchführung einer Risikoabschätzung. Nach dem Protokoll müssen alle Parteien sicherstellen, dass die LMOs beim grenzüberschreitenden Transport unter Sicherheitsbedingungen gehandhabt, verpackt und transportiert, sowie von den entsprechenden Dokumenten begleitet werden.
Um die Umsetzung zu erleichtern, sieht das Protokoll die Einrichtung eines Biosafety Clearing House (BCH) für den Informationsaustausch zwischen den Parteien vor. Das Protokoll enthält darüber hinaus eine Reihe wichtiger Vorschriften, z.B. zum Aufbau von Kapazitäten, zu finanziellen Fragen, Einwilligungsverfahren und zur öffentlichen Wahrnehmung und Beteiligung.
Das Protokoll bezieht sich auf den Vorsorgeansatz aus Grundsatz 15 der Rio-Erklärung zu Umwelt und Entwicklung.
Das Cartagena-Protokoll wurde im Januar 2000 von den Parteien der Konvention zur Biologischen Vielfalt angenommen und trat am 11. September 2003 nach Ratifizierung durch 50 Staaten in Kraft. Mehr:
Zur Konvention für Biologische Vielfalt
Zum Biosafety Clearing House
FAQs zum Cartagena-Protokoll
Was versteht man unter dem Vorsorgeprinzip? -^-
Ziel eines Vorsorgeansatzes ist es, mögliche Schäden schon im Vorfeld zu verhindern. Wenn es wissenschaftliche Hinweise darauf gibt, dass eine bestimmte Aktivität die wildlebende Tierwelt, die Umwelt oder die menschliche Gesundheit schädigen könnte, sollten Schutzmaßnahmen auch ohne vollständigen wissenschaftlichen Beweis einer Gefährdung getroffen werden..Grundsatz 15 der Rio-Erklärung zu Umwelt und Entwicklung besagt: "Um die Umwelt zu schützen, sollte der Vorsorgeansatz von den Staaten im Rahmen ihrer Möglichkeiten weitgehend angewendet werden. Wenn die Gefahr einer schwerwiegenden oder irreversiblen Schädigung besteht, sollte das Fehlen vollständiger wissenschaftlicher Sicherheit nicht als Begründung herangezogen werden, um kostenintensive Maßnahmen zum Schutz der Umwelt zu verzögern".
Dieser Ansatz wurde in Anbetracht einiger bereits existierender globaler Schädigungen wie der Beschädigung der Ozonschicht vorgeschlagen. Bislang wurde das Vorsorgeprinzip insbesondere vom Cartagena-Protokoll über die Biologische Sicherheit eingeschlossen.
Was passiert, wenn gentechnisch veränderte Mikroorganismen in die Umwelt freigesetzt werden? -^-
Gentechnisch veränderte Mikroorganismen werden vielfältig genutzt. In der Forschung ist ein Anwendungsgebiet die verbesserte Gesundheitsvorsorge für den Menschen. Industriell werden mit Hilfe der Mikroorganismen Enzyme, Nahrungsmittelzusätze oder Arzneimittelwirkstoffe (z.B. Insulin, Antibiotika) produziert. Die Arbeit mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen erfolgt im geschlossenen System (englisch: contained use), in Laboratorien und in Fermentern. In der EU Richtlinie 90/219 von 98/81 wird die Arbeit mit transgenen Mikroorganismen im geschlossenen Sytem reguliert mit dem Ziel, eine unbeabsichtigte Freisetzung in die Umwelt zu verhindern, und so Mensch und Umwelt zu schützen. Bei Laborexperimenten und bei der industriellen Nutzung werden die Mikroorganismen in kontrollierten Systemen kultiviert, die dem Gefahrenpotential der Mikroorganismen bei unbeabsichtigter Freisetzung angepasst sind.
Die transgenen Mikroorganismen, die industrielll genutzt werden, sind normalerweise nicht pathogen und ihr Wachstum ist auf die Laborbedingungen hin optimiert. Eine unbeabsichtigte Freisetzung würde kein Gesundheitsrisiko darstellen. Solche Mikroorganismen hätten außerhalb von Labor oder Industrieanlage kaum Überlebenschancen. Nichtsdestotrotz muss die Verwendung transgener Mikroorganismen den Behörden angezeigt und von ihnen genehmigt werden. Eventuelle Unfälle müssen ebenfalls gemeldet werden mit einer Beschreibung der getroffenen Sicherheits- und Dekontaminations-Maßnahmen
Eine beabsichtigte Freisetzung von nicht pathogenen transgenen Mikroorganismen, um z.B. einen verunreinigten Boden mikrobiell zu entgiften, unterliegt den gleichen strengen Genehmigungs- und Kontrollverfahren wie Feldversuche mit transgenen Pflanzen..
Eine beabsichtigte Freisetzung von transgenen gefährlichen oder pathogenen Mikroorganismen für militärische oder bioterroristische Zwecke ist weltweit geächtet und unterliegt der internationalen Konverntion zur biologischen Kriegsführung.
Mehr:
zur Europäischen Gesetzgebung zur Nutzung transgener Mikroorganismen im geschlossenene System
Artikel zur biologischen Kriegsführung und zu neuen Technologien, die für militärische Zwecke genutzt werden könnten
Kann die Biotechnologie kontrolliert werden? -^-
Wie bei jeder anderen Aktivität ist es unmöglich, 100%ige Kontrolle oder Sicherheit zu erzielen. Die Kontrolle der Biotechnologie ist eine nationale und internationale Frage. Sie basiert auf einer komplexen Gesetzgebung, die von den zuständigen lokalen Behörden umgesetzt wird. Die meisten Länder verfügen über entsprechende Gesetze zur Regulierung der Entwicklung der Biotechnologie entsprechend international akzeptierter Richtlinien. Dennoch ist die öffentliche Meinung häufig, dass die Gesetzgebung zur Kontrolle der Biotechnologie oft der wissenschaftlichen und industriellen Entwicklung hinterherhinkt.
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Zum Vorsorgeprinzip
Welche Regularien gibt es für die Biotechnologie? -^-
Die Kontrolle der Biotechnologie ist eine nationale und internationale Frage. Sie basiert auf einer komplexen Gesetzgebung, die von den zuständigen lokalen Behörden umgesetzt wird. Die meisten Länder verfügen über entsprechende Gesetze zur Regulierung der Entwicklung der Biotechnologie entsprechend international akzeptierter Richtlinien. Manche Länder haben neue Gesetze für gentechnisch veränderte Organismen entwickelt, andere haben ihr bereits existierendes gesetzliches Regelwerk an gentechnische Fragestellungen angepasst.
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Zum Vorsorgeprinzip
Gentechnik ist eine neue wissenschaftliche Disziplin. Wie können Langzeitrisiken abgeschätzt werden? -^-
Die ersten Freisetzungen transgener Pflanzen in die Umwelt fanden vor rund 25 Jahren in den Achtzigern statt. Im Jahr 2004 wurden solche Pflanzen auf rund 81 Millionen Hektar angebaut. Transgene Pflanzen werden nur nach vorhergehender Genehmigung und wenn sie als sicher erachtet werden angebaut. Bis heute gibt es keinen Beleg oder Beweis für schädliche Nebenwirkungen auf die Umwelt oder die Gesundheit von Mensch und Tier. Dennoch wird über mögliche Langzeitrisiken der Gentechnik, insbesondere durch den Anbau von transgenen Pflanzen, nach wie vor diskutiert. Es werden Daten gesammelt, ob transgene Pflanzen einen Einfluß auf die Umwelt haben. Ein systematisches Monitoring ist in der europäischen Richtlinie zu Anbau und Vermarktung transgener Nutzpflanzen vorgesehen. Ziel ist es, Daten zu sammeln, die eine Grundlage für eine wissensbasierte Abschätzung möglicher Risiken (falls vorhanden) von Gentechnik in der Landwirtschaft darstellen.
Regelmäßige Monitoring-Berichte dienen als Entscheidungsgrundlage zur Unterlassung unbegründeter Sicherheitsmaßnahmen, falls Risiken ausgeschlossen werden können, oder zur Verstärkung von Maßnahmen, falls eine neues Risiko identifiziert worden sein sollte. Sie dienen ebenfalls als Grundlage für die weitere Vorgehensweise beim Monitoring.
The first releases of transgenic plants into the environment took place in the eighties, so that they have already about 25 Verwandte Fragen
Zum Cartagena-Protokoll über die biologische Sicherheit
Zum Vorsorgeprinzip
Note: the multi-langual FAQs on biotechnology, food, medicine, safety and ethics have been provided by the ECOD-BIO project (www.ecod-bio.org).























